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In der Folge finden Sie eine Kurzbeschreibung der Kapitel:
EINLEITUNG : Jahrtausendelang entwickelte sich die Architektur im Einklang mit der Natur und damit auch im Einklang mit dem Menschen. Strukturen und Formen entstanden aus fortwährenden, evolutionären Vorgängen. Die Veränderungen waren so weich, dass sie innerhalb eines Menschenalters kaum wahrgenommen wurden. Gemessen an der rasenden Geschwindigkeit, mit der heute eine Mode die andere ablöst, waren geistige und somit kulturelle Umbrüche der Vergangenheit geradezu sanft. Die Kurzlebigkeit von Moden ist zwar ein Faktum, das alle geistigen und kulturellen Bereiche betrifft, aber nirgendwo kann dies so nachhaltig unsere Umwelt belasten und das menschliche Auge kränken wie in der Architektur. Unser Jahrhundert forderte die Freiheit in Kunst und Architektur. Die Städte des 20. Jahrhunderts sind daher der Sammelplatz von Objekten des Zeitgeistes geworden. Extrempositionen sind meist falsch, weil sie einen Teil der Wahrheit verschweigen. Es ist an der Zeit, die verlorene Mitte wiederzufinden.
MODERNE ARCHITEKTUR ALS ZERSTÖRUNG DER KONTINUITÄT : Dieser Abschnitt beinhaltet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Internationalen Stil und beschreibt dessen Charakteristika, wie z.B. die übertriebene Technikgläubigkeit, die Abkehr von der Symmetrie, die Kriminalisierung des Ornaments, die Auflösung des Körperhaften, die Überbetonung der Horizontale und dgl. Es wird dargestellt, welche Probleme aus dem Grundsatz der Moderne, traditionelle Prinzipen außer Kraft zu setzen, erwachsen sind.
MODERNER ALS DIE MODERNE : Trotz des Sichtbarwerdens und Erkennens offensichtlicher Irrtümer der Moderne scheint es, als würden die Universitäten und Architekturjournale keine Trendwende anstreben. Neueste Entwicklungen zeigen teilweise unlogische Formalismen und eine zunehmende Entfernung der Architektur von den Bedürfnissen der Menschen durch eine an die Spitze getriebene Intellektualisierung. Einerseits werden die Kriterien des Internationalen Stils ins Extrem gesteigert, andererseits entwickeln sich antiökologische und irrationale Formensprachen, wie etwa der Dekonstruktivismus.
DIE VERGEWALTIGTE TRADITION : Als Gegenpol zu den extrem modernen Strömungen findet auf breiter Basis ein plumper Konservativismus und eine Trivialisierung der Architektur statt. Aufgrund des Fehlens von genügend positiven zeitgemäßen Beispielen und einer falsch verstandenen Übernahme traditioneller Elemente, wie z.B. von Scheinholzkonstruktionen, gleitet die Masse der anonymen Bauten auf ein tiefes baukünstlerisches Niveau ab. Es wäre die moralische Pflicht der Architektenschaft, sich dieser Bauaufgaben des Alltags anzunehmen, um sie im Sinne Paul Schmitthenners mit Anstand und Würde zu lösen.
NEUES BAUEN EIN WEG DER MITTE : Die ökologische Bewegung ist wie in vielen Lebensbereichen auch im Baugeschehen der wohl konstruktivste Ansatz für eine Erneuerung geworden. Dennoch reicht ein Ökologiebewusstsein alleine noch nicht aus, eine neue Basis für eine Baugesinnung zu schaffen, die dem Harmoniebedürfnis der Menschen entspricht. Das gesamtheitliche Denken sollte ein Grundanliegen in der Architektur sein: • Prüfung traditioneller Formen bei gleichzeitiger Suche nach neuen Möglichkeiten. • Formensuche in der Einfachheit und Klarheit, ohne das Wohlbefinden des Menschen außer Acht zu lassen. • Künstlerischer Ausdruck, ohne der Mode des Zeitgeschmackes zu verfallen. • Gestaltung aus der Logik der Funktion und aus dem landschaftlichen und baulichen Umfeld, anstelle der Übernahme von ortsfremden Prinzipien.' • Der gezielte Einsatz des Baustoffs Holz und die passive Nutzung der Sonnenenergie.
ALTE HÄUSER NEU BESEELT : Weltweit kennen wir das Problem des Verfalls von Stadt- und Ortskernen bei gleichzeitigem Verzehr von intakten Grünräumen mit der Konsequenz ständig steigender Kosten für die Infrastruktur. Die Erhaltung und Verwertung bestehender Baumassen kann dieses Problem entschärfen. Einerseits gibt es alte ehrwürdige Gebäude, für deren Erhalt der historische Wert, der Stellenwert im Ensemble, sowie die meist baubiologisch einwandfreie Bauweise sprechen. Auf der anderen Seite gibt es in überwiegender Zahl jene Bausubstanz aus den vergangenen Jahrzehnten, für deren Erhalt weniger historische oder baukünstlerische Gründe sprechen, sondern die wirtschaftliche Notwendigkeit. Neben der grundsätzlichen Erörterung von Problemen der Althaussanierung und Erneuerung werden Beispiele unterschiedlicher Nutzungen gezeigt.
EIN HAUS ZUM WOHNEN : Beim Einfamilienhaus wird die Kurzlebigkeit der Architekturmoden besonders deutlich. Daher gehört diese Planungsaufgabe zu den wohl sensibelsten. Die notwendigen Innovationen sollten sich im Rahmen von Kontinuität bewegen, die Schaffung langfristig gültiger Werte gegenüber der Experimentierfreudigkeit den Vorzug haben. Durch die Erfahrung von etwa sechzig gebauten Häusern erscheint es sinnvoll, das erworbene Wissen in Form einer Art Typologie weiterzugeben. Insgesamt werden mehr als ein Dutzend Häuser in Plan- und Fotomaterial dargestellt.
WOHNEN IN DER GEMEINSCHAFT : Im Wohnbau findet bereits eine Annäherung zu einer vernünftigen Mitte statt. Nach der Erkenntnis, dass das Hochhaus und die Wohnmaschine nicht die sinnvollste Antwort auf den Wunsch nach Verdichtung waren, bewegt sich die Entwicklung des Wohnens in der Gemeinschaft zu verdichteten Gruppen- und Geschoßwohnbauten. Dieses Kapitel beinhaltet mehrere gebaute Beispiele, die auf der Basis der Kombination von Holz- und Massivbau erstellt wurden.
BAUEN FÜR ARBEIT UND WIRTSCHAFT : Gebäudehüllen in Form von strukturlosen Kisten wurden lange nirgends so sehr akzeptiert wie im Industrie- und Gewerbebau. Erst nach der Erkenntnis, welchen Werteverlust dies für manch gewachsenen Ort bedeutet, besteht die Chance, auch hier ein Umdenken zu erwirken. Es wird gezeigt, dass diese Bauaufgaben auch mit Dachlandschaften, welche den Bezug zum Geist des Ortes finden zu bewältigen sind, und dass unter dem Einsatz des zeitgemäßen Holzbaues große Spannweiten überbrückt werden können.
BAUEN FÜR DEN TOURISMUS : Das Planen und Bauen für die Hotellerie ist durch die Diskrepanz zwischen finanziellen Möglichkeiten und geforderten Standards eine der verantwortungsvollsten und schwierigsten Aufgaben. Die steigenden Ansprüche der Gäste zwingen Unternehmer in immer kürzeren Intervallen zu Investitionen. Was Form und Material anbelangt, ist daher gerade bei Hotelbauten die richtige Auswahl für zeitlose Gültigkeit von enormer Bedeutung.
BAUEN FÜR SPORT, BILDUNG UND KULTUR : Einrichtungen für die Allgemeinheit haben in hohem Maße Vorbildwirkung. Durch die große Zahl an Menschen, die an einem Ort und in einem Raum Platz finden müssen, ist die Schaffung solcher Räume eine große Herausforderung hinsichtlich Statik, Raumgefüge und Gesamtform. Neue Holztechnologien eröffnen gerade für diese Bauten ungeahnte Möglichkeiten. Dies wird anhand mehrerer Beispiele, wie Turn- und Veranstaltungssälen, Kindergarten, etc. bis hin zu Wettbewerbsprojekten dargestellt.
BAUEN FÜR HEILUNG UND PFLEGE : Der Patient bedarf einer menschlichen Architektur in besonderem Maße. Dazu ist eine entsprechende Baukörpergliederung und behagliche Innen- und Außenraumgestaltung notwendig. Beispiele aus dem Krankenhausbau sollen einen Beitrag zu dieser Problematik liefern. In beiden hier angeführten Fällen stand außerdem der völlige Abbruch der bestehenden Altbausubstanz zur Diskussion. Hier wurde dem Baustoff Holz eine für diese Bauaufgabe vollkommen ungewöhnliche Rolle zuteil.