Der Neubau der Volksschule Hermagor wurde als Pilotprojekt für ökologisch und baubiologisch einwandfreies Bauen konzipiert, um ein Höchstmaß an Behaglichkeit und gesunde Voraussetzungen für die Kinder zu schaffen und um das Bewusstsein für ressourcenschonendes Bauen und Energiegewinnung zu schärfen. Zum Einsatz kamen vor allem der Baustoff Holz, Lehmputz in allen Klassenräumen als Klimaregulator und Schadstoffumwandler, ein Gründach als Wärmespeicher sowie eine Kontrollierte Wohnraumlüftung. Zusätzlich wurde eine fassadenintegrierte Photovoltaikanlage installiert – zur Demonstration einer Energiegewinnung ohne Schadstoff-Ausstoß. Das Gebäude verfügt über einen kompakten Grundriss mit zentralem, schiffsförmigem Luftraum, welcher gute Belichtung und Orientierung ermöglicht.
Das Gebäude ist als kompakter Baukörper mit zentraler, von oben belichteter Halle und mit einem schiffsförmigen Luftraum über alle Geschoße konzipiert. Die Klassenräume sind direkt von der Halle aus erreichbar. Alle Klassenräume sind rund um diesen zentralen Erschließungsbereich angeordnet. Dadurch ist die Orientierung im Haus sehr einfach. Die freie Mitte mit dem Licht von oben vermittelt Behaglichkeit und entspricht einem wichtigen Prinzip des Bauens nach Feng Shui. Dass der freie Luftraum in der Mitte die Form eines Schiffes hat, hat durchaus symbolischen Charakter. Im Erdgeschoß befinden sich seitlich des Einganges Direktion, Schulwart- und Konferenzraum. Unter der Anleitung der Werklehrerin Elisabeth Muffat wurden die beiden Lehmwände von Schülern der Volksschule gestaltet. Sie zeigen den Lebenszyklus unter Einbeziehung keltischer Symbole (siehe dazu Foto unten).
Der Schulbau ist in erster Linie als konstruktiver Holzbau konzipiert. Zwei Vollgeschoße wurden praktisch ausschließlich aus Holz hergestellt. Die Decken wurden aus Massivleimholzpaneelen (Kreuzlagenholz) errichtet. Decken mit größeren Spannweiten wurden durch enge Holzrippen an der Unterseite verstärkt.
Fotos: Christian Theny, Arch. Herwig Ronacher