Das Bauwerk wurde als neues Zentrum der Erlebniswelt auf der Mariazeller Bürgeralpe als Ausstellungsgebäude der Wald- und Holzwirtschaft als Solitärbaukörper geplant. Es nimmt hinsichtlich Form und Materialwahl die naturräumlichen Gegebenheiten auf. Neben der Dominanz des Holzes als Baustoff wurde vor allem die Rundform des künstlich geschaffenen Bergsees sowie der Erlebnisbahn als Vorgabe aufgegriffen. Anstelle des ursprünglich vorgeschlagenen Standortes nordöstlich der Bahn wurde das Gebäude direkt zwischen Bahn und See gestellt und das Thema Schiff bzw. Arche aufgegriffen. Das Bauwerk sollte wie ein am Hafen liegendes Schiff die an sich schon attraktive Situation am kleinen Bergsee zusätzlich aufwerten. Der Spazierweg um den See führt nunmehr an der Vorderfront der Arche über einen breiten Lärchensteg, welcher auch zum Sitzen und Verweilen einlädt. Ebenso erfährt die Fahrt mit der Erlebniseisenbahn durch das „Verschwinden“ der Bahn hinter dem Gebäude zusätzliche Spannung.
Die Erschließung der „Arche“ erfolgte an der Südfront inmitten des breiten Steges. Beim Eintritt zeigt es sich als offenes, zweigeschoßiges Gebäude mit einer geschwungenen Galerie. Die gesamte Südfront wurde verglast, sodass sich das Gebäude durch die einfallende Sonne erwärmt, wobei das weit ausladende Dach die Sommersonne stark bricht. Die Nordfront hingegen ist weitgehend geschlossen. Durch die großzügige Öffenbarkeit nach Süden in Richtung See ist auch die Nutzung des Gebäudes als Zuschauertribüne für Veranstaltungen auf der Seebühne geeignet. Hierbei sind sowohl der Raum auf dem vorgelagerten und überdachten Lärchenrost wie auch die Fläche des Erdgeschoßes sowie die Fläche der Galerie nutzbar. Das Projekt verfügt in der dargestellten Form über zirka 310 m² Nutzfläche. Insgesamt davon etwa 200 m² Ausstellungsfläche im Erdgeschoß, 80 m² Ausstellungsfläche im 1. Obergeschoß in der Galerie, sowie etwa 30 m² zusätzliche Flächen für Büros und WC-Anlagen.
Das Gebäude wurde als Musterbeispiel für ökologisches Bauen konzipiert. Neben dem zeitgemäßen Einsatz des Baustoffs Holz wurden darüber hinaus vorwiegend ökologische Materialien zur Anwendung gebracht. Das Konzept des Gebäudes steht für die Minimierung des Energieverbrauchs. Durch die einfallende Sonnenstrahlung im Süden und durch die gut gedämmte Nordfassade wird das Haus über das gesamte Jahr allein durch die Sonneneinstrahlung so weit temperiert, dass es auch im Winter ohne Primärenergie nutzbar ist. Die äußersten Fassadenelemente an der Südseite wurden mit thermischen Solarkollektoren bestückt, welche Brauchwasser erwärmen und die Fußbodenheizung im Winter speisen. Die Außenwände wurden als tragende Holzriegelwände im Erdgeschoss und auch im Obergeschoss ausgeführt. Die oberste Decke bzw. den Dachabschluss bilden 20 cm starke Kreuzlagenholz-Deckenelemente mit entsprechender Wärmedämmung. Diese Dachkonstruktion weist durch die Kreuzlagenverleimung hohe statische Festigkeit auf und ermöglicht die große Auskragung an der Südseite. Zudem bietet der massive Holzanteil ausreichend Speichermasse im Inneren des Gebäudes.
Fotos: (c) Gabriele Moser, ÖBF