Selten erhält man die Möglichkeit, einen Solitärbaukörper in dieser Größenordnung im städtischen Umfeld aus dem Baustoff Holz zu planen und zu errichten. Schon der ursprünglich im Architektenwettbewerb für dieses Bauvorhaben vorgesehene Standort in Wien im 14. Bezirk bestand aus einer freien Grünfläche, allerdings umgeben von Wohnbauten aus den 70er-Jahren, von welchen einer mit einer Feuermauer an die Grundgrenze gebaut wurde. Trotz der Möglichkeit des Andockens wurde ein freistehender, symmetrischer, quadratischer Baukörper entwickelt.
Noch bevor endgültig eine mögliche Baubewilligung für Wien erteilt wurde, entschieden sich jedoch die Österreichischen Bundesforste, das Gebäude nur wenige Kilometer westlich, in Purkersdorf in einem Park unmittelbar neben dem Schloss Purkersdorf zu errichten. Aus städtebaulichen Gründen wurde hier das 4. Geschoß bewusst zurückgesetzt, um eine bessere Eingliederung in das bauliche Umfeld von Purkersdorf mit seinen zwei- bis dreigeschoßigen Bauten zu erzielen.
Die Vorgabe aus dem Wettbewerb war, ein viergeschoßiges Holzgebäude zu planen, obwohl in Wien zum damaligen Zeitpunkt die Bauordnung, ein Holzgebäude dieser Größe nicht zugelassen hätte. Aber auch in Purkersdorf (Niederösterreich) war es nur unter der Voraussetzung äußerst kooperativer Gespräche mit der Stadt, der Baubehörde und dem Sachverständigen möglich, ein Gebäude mit einem derart hohen Anteil an Holz zu errichten.
Das konstruktive Grundkonzept der Mitte besteht aus vier „Bäumen“ (Rundholz Lärche), welche frei über alle Geschoße aufstreben und deren „Äste“ den Fuß- und Mittelpfettenkranz sowie das Holzgespärre der Glaspyramiden tragen. Die vier Sektoren werden durch je 3 mal 3 Felder mit dem Achsabstand von 4,5 x 4,5 m gebildet. Die freistehenden Rundholzsäulen (Ø 30 cm) im Innenbereich tragen Doppel-Leimholzprimärträger (24 x 32 cm). Diese wiederum dienen als Auflager von starken Brettsperrholzpaneelen.
Projekte: Paul Ott und Georg Klenovsky (ÖBF), ThyssenKrupp Aufzüge, Arch. Herwig Ronacher