Zu- und Umbau Familienresort Sonnenalpe Nassfeld
Das bestehende Hotel soll an der Nordseite oberhalb der Ebene -3 (Tiefgarage und Bellavista) erweitert werden. Bei dieser Planungs- und Bauaufgabe sind vor allem folgende Aspekte einer Lösung zuzuführen:
- Funktionen von Bestand Sonnenalpe sowie Bellavista mit neuem Raumprogramm in Einklang bringen !
- Aussicht des Bestandes zum Tal erhalten !
- Klimatisch optimierte Außenbereiche schaffen !
- Das vorliegende Gutachten des Büros DI GELBMANN (vormals Büro AICHHOLZER) geht von einer möglichen Aufstockung von max. drei Geschossen in Massivbauweise im nördlichen Bereich und von einem Geschoss in Massivbauweise im südlichen Bereich aus. In Holzbauweise wäre jeweils zumindest ein Geschoß zusätzlich möglich (Konstruktiver Holzbau spart etwa 50% des Gebäudegewichtes).
- Aufgrund der statischen Grundlagen wird die Höhenentwicklung des vorliegenden Projektes auf insgesamt vier Geschosse beschränkt, wobei die Ebenen E und +1 in Konstruktiven Holzbau konzipiert sind. Diese Bauweise bietet zudem die besten Voraussetzungen für eine extrem kurze Bauzeit (Vorfertigung, Austrocknungszeit).
- Die Tragkonstruktion des Projektes baut auf bestehende Längsachsen des Bestandes von Ebene -3 auf, ermöglicht aber gleichzeitig die Entwicklung eines Achsrasters, der den Vorgaben der Zimmereinheiten entspricht (auf 6,0 m).
Funktionelles Konzept
- Die Eingangssituation verbleibt im Süden. Es erfolgt eine Verschiebung um zwei Achsen.
- Die bestehenden Raumstrukturen im Erdgeschoß können weitgehend adaptiert werden
- Hier ergibt sich die Raumfolge: Eingangshalle – Rezeption – Konferenzbereich – Kinderspielbereich samt Mehrzweckraum
- Im Bindeglied zwischen bestehender Kubatur des Hotels Sonnenalpe und dem Neubau im Norden ergibt sich ein Luftraum zum Untergeschoß mit Bar und Restaurant sowie zum Obergeschoß.
- Der Neubau besteht aus einem L-förmigen Baukörper, welcher sich in der Ebene -1 (Restaurant, Bar, Schwimmhalle, Wellnesslounge) zu einem Atrium schließt. Durch diese Baukörperausbildung ist es möglich, alle genannten wesentlichen Funktionsbereiche des Hotels natürlich zu belichten und zu belüften.
- Die Wellnesslounge dient als zentrale Drehscheibe mit direkter Anbindung zu zentraler Erschließung von Neubau und Bellavista.
Architektonisches Konzept
Dem Bestand wird aufbauend auf die einzige statisch mögliche Option - ein in seiner Höhenentwicklung begrenzter, aber ausgedehnter hofförmiger Baukörper im Norden - gegenübergestellt. Diesem Konzept liegen folgende Überlegungen zugrunde:
- Die Aussicht des Altbestandes bleibt weitgehend unbeeinträchtigt.
- Der überwiegende Teil der neuen Zimmer erhält optimale Aussicht (Talseite und Gartnerkofelseite)
- Errichtung eines Atriums und Halbatriums (L) der gesamten Anlage mit Öffnung nach Südwesten
- Die Anbauten an den Altbestand verringern die optische Höhe dieses Baukörpers um 50% von den hofseitigen Zimmern aus
- Die Dachlandschaft des Neubaus bleibt so flach wie möglich (Ausblick vom Altbestand), erhält aber dennoch modern alpinen Charakter durch weit ausladende Vordächer mit Abstrebungen (Anklang an den Bestand)
Die einzelnen Bereiche
- Öffentlicher Bereich: Eingangshalle mit Hotellobby und Bar orientieren sich sowohl zum Atrium, als auch zur Nachmittagssonne und kommunizieren über einen offenen dreigeschossigen Luftraum mit Ebene +1 und Ebene -1. Weg zum Restaurant über die Bar – Restaurant mit Blick auf Gartnerkofel und ins Atrium
- Die Küche mit der Anlieferung kann bei dem Konzept verbleiben, wo sie derzeit liegt.
- Spa-Bereich mit Spa-Lounge als Drehscheibe
- Durch die Orientierung des Schwimmbades nach Süden und Westen erhält dieser Bereich eine gute Besonnung zu allen Jahreszeiten.
- Der Verbindungsgang zwischen Bar und Lounge lässt cafehausartig möblieren und teilt das Atrium in den Schwimmbad- und übrigen Aufenthaltsbereich.
- Die Sauna ist mit eigenem, nicht einsehbaren Nacktaußenbereich nach Westen zur Nachmittagssonne hin orientiert.
- Der Kinderbereich im Erdgeschoß und in der Ebene -1 befindet sich im Nahbereich der Erwachsenen (Hotelhalle) und ist nach Westen hin belichtet.
- Die Mitarbeiterräume befinden sich in der Ebene -2 in der Nähe der Anlieferung und enthalten belichtete Aufenthaltsbereiche.
- Die Technikräume befinden sich generell auf Ebene -2 im unbelichteten Bereich der Kubatur.
Brandschutzkonzept
Aus statischen Gründen werden zwei Geschoße dieses Projektes in Holzbauweise errichtet. Dabei handelt es sich um Holzmassivbauweise für Decken und Wände (Brettsperrholz). Das gesamte Projekt wird in mehrere Brandabschnitte gegliedert. Ausmaß und Lage der Brandabschnitte sind den Brandabschnitts- und Fluchtwegplänen zu entnehmen, die den Einreichunterlagen im Brandschutzkonzept des technischen Büros „SAFE PROJEKT Dr. Veiter ZT GmbH“ beiliegen.
Primäre Fluchtwege: - Die Treppe im Osten zwischen Hotel Sonnenalpe und Neubau, wobei hier sämtliche Gäste aus den oberen Geschoßen des Hotels Sonnenalpe bereits in der Ebene +1 das bestehende Treppenhaus verlassen und von hier aus direkt ins Freie fliehen können. Dadurch wird der Fluchtweg aus den oberen Geschoßen verkürzt. Es besteht zukünftig nicht mehr die Notwendigkeit des Fluchtweges über die Hotelhalle (Brandlast). - Als zweiter wesentlicher Fluchtweg dient das neue zentrale Treppenhaus in der Mittelachse des nördlich gelegenen Bauteiles Bella Vista. Hier wird eine vollkommen neue Vertikalerschließung errichtet (zwei Lifte und ein Treppenhaus). Die Breite der Treppe vergrößert sich nach unten hin durch die größer werdende Zahl an flüchtenden Personen. - Der 3. wesentliche Fluchtweg befindet sich am westlichen Ende des neuen, zweihüftigen Bettentraktes in Form einer Außenfluchttreppe. - Sämtliche Zimmerbereiche verfügen zusätzlich über einen zweiten unabhängigen Fluchtweg. Detaillierte Beschreibung dieser Fluchtsituationen ist den beiliegenden Brandabschnittsplänen zu entnehmen.