Nur selten findet man Bauaufgaben und Bauplätze dieser Qualität und Einzigartigkeit vor. Die in ihrer Ursprünglichkeit erhaltene Wasnerin mit ihrer Geschichte und der typischen Ausseer Holzarchitektur verlieh dem Ort über viele Jahrzehnte eine besondere Atmosphäre. Ihre Solitärlage auf der sanft abfallenden Kuppe am Rande des Golfplatzes mit Rundum-Ausblick auf die imposante Bergwelt vervollständigt diese spezielle Situation. Dieser Ort ist ein wahrer Kraftplatz, der einen besonders sensiblen und bedachtsamen Umgang erforderte.
Die große Herausforderung innerhalb des Architektenwettbewerbs war, das umfassende Raumprogramm und Bauvolumen (Hotel mit 180 Betten und einem Gesundheitszentrum) so behutsam an die Wasnerin anzugliedern, dass die Wasnerin ihre Stärke behaupten und die Kraft des Ortes halten kann bzw. gestärkt wird.
Die angestrebte Lösung konnte nur in einer niedrigen längsgestreckten Bebauung liegen, welche in der Höhenentwicklung lediglich die Dachtraufe der Wasnerin erreicht und sich durch ein „entmaterialisiertes“, transparentes Bindeglied vom Bestand abhebt. Die Besonderheit der Situation führte daher zu einer individuellen und außergewöhnlichen Lösung – einem Atrium mit zwei geschwungenen Bettentrakten und dem im Zentrum befindlichen dreigeschoßigen Schwimmbad sowie dem Vital-Gesundheitszentrum und der Sauna.
Das Erdgeschoß des neuen Bettentraktes wurde in Massivbauweise, das 1. Obergeschoß zur Gänze in Holzbauweise errichtet. Die Baulichkeiten innerhalb des Atriums, wie das Gesundheitszentrum, das Schwimmbad und das Vitalzentrum, wurden teilweise massiv, teilweise in Holz ausgeführt.
Das zentrale Bindeglied zwischen Wasnerin und neuen Bettenflügeln wurde – wie auch die schräge Südfassade des Schwimmbades – in Holz-Glas-Stahl-Architektur errichtet. Die Formensprache ist zeitgemäß schlicht, aber ebenso von traditionellen Prinzipien geprägt und erhebt daher den Anspruch auf Beständigkeit bzw. „zeitlose Gültigkeit“. Ein Beispiel dafür sind die ausladenden Vordächer aus Holz, welche neben ihrer architektonischen Wirksamkeit gleichzeitig Witterungs- und Sonnenschutz bieten.
Der Altbestand wurde kurz nach Wettbewerbsgewinn unter Denkmalschutz gestellt. Der Holzbau aus den 30er Jahren wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt saniert bzw. restauriert. Im Wesentlichen enthält er kleinere Stuben, welche dem Restaurantbereich zugeordnet sind, sowie Suiten in den Obergeschoßen.
Fotos: Lindner Hotels AG