architekten ronacher ZT GmbH

Forschungs- und Kompetenzzentrum Großschönau "Die Linse"

Datum
Donnerstag, 18. November 2010 am 12:30

SITUATION / GRUNDSÄTZLICHES

Das Forschungszentrum „Haus des Lebens und Bauens“ in Großschönau wird ein multifunktionaler, kompakter Gebäudekomplex in Passivhausqualität. Dieses Gebäude beinhaltet ab dessen Fertigstellung die Verwaltung, das Schulungs- und Ausbildungszentrum, mit den Seminar- und Präsentationsräumen. In einem eigenen Baukörper, der durch einen Laubengang mit der „Linse“ verbunden ist, entsteht eine Ausstellungshalle (diese wird weiter hinten beschrieben). Das Projekt war eines von 6 Wettbewerbsprojekten für diese Aufgabe aus dem Jahre 2006. Die Beauftragung erfolgte nachdem ein anderes Wettbewerbsprojekt nicht innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens realisiert werden konnte.

ENTWURFSIDEE „DIE LINSE“

Der Wille nach einer kompakten Gebäudeform mit zentraler lichtdurchfluteter Mitte und guter Orientierbarkeit sowie einem geborgenen Raumgefühl im Inneren einerseits – die exakte bzw. optimierte Ausrichtung nach Süden mit einer möglichst großen Längsfront zur Sonne andererseits – führte für den Entwurfsansatz zu einem linsenförmigen Baukörper mit großem zweigeschoßigem Luftraum. Die Linse – Symbol für die Fokussierung des Lichtes – ist nach Süden weitgehend aufgeglast und dient als großflächiger Sonnenkollektor, welcher Licht und Wärme ins Innere weitergibt. Weit ausladende Vordächer beschatten in den Sommermonaten sowohl das Obergeschoß als auch das Erdgeschoß.“ Das Längen-Breiten Verhältnis wurde gegenüber ähnlichen Vorprojekten optimiert (dicker).

RAUMPROGRAMM / FUNKTIONEN

Die „Linse“ verfügt über ein Erdgeschoß und ein 1. Obergeschoß. Das Zentrum wird durch einenquadratischen, zweigeschossigen Luftraum gebildet, welcher eine klare geometrische Mitte bildet und für eine leichte Orientierung im Gebäude sorgt. In diesem Zentrum befindet sich eine offene, einläufige Treppe, ein Informationspult mit Rezeption und dahinter liegenden Nebenräumen fürdie gastronomische Versorgung des Gebäudes. Weiters befinden sich im Erdgeschoß zwei Seminarräume mit 50 und 100 m²(inkl. Depot). Im Obergeschoß befindet sich ein Großraumbüro mit zehn Arbeitsplätzen. Die westliche Spitze wird als Archiv bzw. Lager genutzt.

PASSIVHAUSBAUWEISE ALS KOMBINATION VON HOLZ UND MASSIVBAUWEISE

Im Speziellen ist vorgesehen, das Erdgeschoß samt Zwischendecke und die aufgehende Wandbis zur Höhe des Parapetes des Obergeschoßes (Fensterunterkante) in Massivbau – Passivhausbauweise herzustellen. Ab dem Parapet des Obergeschoßes löst sich das linsenförmige Gebäude in Holz und Glas auf, wobei die geschwungene Südfront, wie im Erdgeschoß, fast ausschließlich aus Fensterflächen besteht, während die geschwungene Nordseite über niedrigere bänderförmige Oberlichten verfügt.

PHOTOVOLTAIKANLAGE

Das Dach des Laubenganges an der Südfront der Linse schafft einerseits einen witterungsgeschützten Zugang zum Gebäude, zum Zweiten bietet dieses Dach einen Sonnenschutz für die steile Sommersonne. Zum Dritten wird das geneigte Dach als Trägerfläche von Photovoltaikmodulen genutzt. Als Dachneigung sind ca. 35° vorgesehen.